Betreuungsprozess

Der Betreuungsprozess umfasst den Zeitraum von der Aufnahme in einer Institution oder einer Pflegefamilie bis zum Austritt. Er beinhaltet drei Phasen: Aufnahme, Aufenthalt, Austritt.

Betreuungsprozess

Ebene HEIM- UND PFLEGEKINDERBEREICH

Auf dieser Ebene werden Aspekte beschrieben, die im Verantwortungsbereich der Platzierungsangebote wichtig sind.

Erziehungs- oder Betreuungsplanung mit dem jungen Menschen

Im Rahmen von Erziehungs- bzw. Betreuungsplanung werden im engen Dialog mit dem jeweiligen jungen Menschen und teils auch mit den Sorgeberechtigten die Ziele und Anforderungen die mit der Platzierung verbunden sind konkretisiert und bis auf die Ebene der Alltagsgestaltung hin ausgeschildert. Verantwortlich hierfür ist häufig eine Fachperson im Heim die als sogenannte „Bezugsbetreuung“ fungiert. Die Erziehungs- oder auch Betreuungsplanung stellt eine Grundlage für die pädagogische Dokumentation dar. Sie dient dazu die Entwicklung des jungen Menschen zielgerichtet zu begleiten und auszuwerten.

  • Quality 4Children, Standardbereich 1, S. 27f.
  • Blülle 2013, S. 42ff.

Interne Dokumentation und Auswertung der Entwicklung des jungen Menschen

Die interne Auswertung und Anpassung der Planung gemeinsam mit den betroffenen jungen Menschen stellt einen wiederkehrenden Prozessschritt als Teil des pädagogischen Prozesses dar.

Aufenthaltsphase

Der Zeitraum zwischen Aufnahme- und Austrittsphase stellt die Aufenthaltsphase dar. Im Kern wird hier der auf die jeweilige Entwicklung des jungen Menschen bezogene pädagogische Prozess fortlaufend geplant, begleitet und ausgewertet. Die Aufenthaltsphase nimmt in der Regel den grössten Zeitraum einer Platzierung ein.

Zwischenbericht

Das Stao wird durch einen schriftlichen Bericht des Heims/der DaF vorbereitet. In diesem werden die Entwicklung des jungen Menschen und die angestrebten Ziele ausgewertet und Perspektiven aufgezeigt.

Anleitung und Legende

Anleitung

Auf dem hier abgebildeten Platzierungsprozess werden die Schritte zwischen einer kindeswohlrelevanten Problemkonstellation und der Ankunft des Kindes am (neuen) Platzierungsort aufgezeigt. Im Übergang zu dieser Ankunft startet der Betreuungsprozess.
Die Navigationsfläche ist aufgeteilt in angeordnete Platzierung (oben) und nicht angeordnete Platzierung (unten). Die zwei Wege im Suchprozess nach einem geeigneten Platzierungsort für Kinder und Jugendliche fallen nach rechtlich unterschiedlich gelagertem Start zusammen, sobald es um die Präzisierung des Auftrags geht.
Hinter den abgebildeten Prozessschritten befinden sich jeweils kurze Beschreibungen zu den Schritten, aber auch Verweise auf übergreifende, fachlich relevante Themen oder Materialien.

Legende

  • Dünne Pfeile: Hauptpfade zur Platzierung (Entscheidungspfad)
  • Kreise: verweisen auf notwendige Entscheidungen im Platzierungsprozess
  • Rechtecke: verweisen auf weitere Schritte, Aktionen und Handlungen im Platzierungsprozess
  • Rechtecke mit gestricheltem Rand: verweisen auf Schritte, Aktionen und Handlungen vor dem formalen Start zum Platzierungsprozess.
  • Dicke Pfeile im Hintergrund: zeigen die Themen „Zusammenarbeit mit jungen Menschen und ihrem Bezugssystem“ und „Fallführung, Fallbegleitung und Beistandschaft“, die den gesamten Prozess massgeblich mitprägen.
  • Grüne Kreispfeile im Hintergrund: visualisieren die Zirkularität und Unberechenbarkeit des gradlinig wirkenden Prozesses

Zusammenarbeit mit den jungen Menschen und ihrem Bezugssystem

Die Zusammenarbeit mit den jungen Menschen und ihrem Bezugssystem – von Beginn an – ist zentral wichtig für den Verlauf und die Wirkung der gesamten Platzierung. Sie ist deshalb in allen Prozessschritten und auch bei komplexen Bezugssystemen angemessen zu unterstützen und zu fördern.

Zum Bezugssystem der jungen Menschen gehören die formal Erziehungsberechtigten, aber auch „soziale Eltern“, Grosseltern, Geschwister, Freunde und Partnerinnen oder Partner (bei Jugendlichen) sowie weitere, für sie relevante Menschen.

Wie sich in der Praxis zeigt, kann vor allem bei unterschiedlicher Wahrnehmung der Ist- und Soll-Situation die Zusammenarbeit eine grosse Herausforderung darstellen. Die Fachpersonen müssen im Kontext von Hilfe und Kontrolle teils mit Widerstand, und Konfrontation umgehen, aber insbesondere auch an der Lebenswelt und den Wünschen der jungen Menschen und ihres Bezugssystems anschliessen. So können Widerstände teils genau die Themen sichtbar machen, an denen gearbeitet werden muss. Ziel ist es dabei immer „mit“ und nicht nur „über“ die jungen Menschen und ihr Bezugssystem zu einem möglichst lebensweltnahen Fallverstehen und – daraus abgeleitet – zu angemessenen Entscheidung zu kommen.

Grundlegende Erkenntnisse zur Zusammenarbeit mit den jungen Menschen und ihres Bezugssystems im Rahmen von Fremdplatzierungen finden sich im Thema Partizipation.

Im Platzierungsprozess kann besonders in den nachfolgend aufgelisteten Prozessschritten Zusammenarbeit angestrebt und ermöglicht werden. Gleichzeitig zeigt sich in diesen Prozessschritten oft auch deutlich, ob und wie die Zusammenarbeit bis hierhin berücksichtigt und gelungen ist:

Im Betreuungsprozess muss die Zusammenarbeit mit den jungen Menschen und ihres Bezugssystems im jeweiligen Einzelfall sichergestellt werden:

Die umfassende Partizipation der jungen Menschen wird durch die Fachpersonen am Betreuungsort sowie durch die Beistandschaft und/oder fallführende Fachperson der platzierenden Stellen gefördert und gewährleistet.

Die Zusammenarbeit mit dem Bezugssystem und insbesondere den Eltern gestaltet sich im Einzelfall recht unterschiedlich. Es sind hier verschiedene Zielsetzungen denkbar. Es können mindestens drei Ebenen in der Arbeit mit der Herkunftsfamilie ausgemacht werden:

  1. Elternarbeit von Fachperson der platzierenden Stellen/ der Fallführung

  2. Elternarbeit am Platzierungsort

  3. Zusätzliche Fachstelle die die Elternarbeit durchführt

Übergang zu Betreuungsprozess

Sobald die Entscheidung unter (bestmöglicher) Beteiligung der jungen Menschen und ihres Bezugssystems sowie der Heime bzw. Pflegefamilien getroffen werden konnte, beginnt die Aufnahmephase. Dessen Ausgestaltung ist abhängig von vorgesehenen Abläufen bzw. individuellen Ausgestaltungsmöglichkeiten seitens der Angebote und seitens der platzierenden Stelle. Sie sollte jedoch auch den Bedingungen und Erwartungen der Kinder und Jugendlichen selbst angepasst sein.
Der Übergang stellt für Kinder und Jugendliche sowie deren Familiensystem häufig eine hoch sensible und für den weiteren Verlauf entscheidende Phase in Bezug auf Kontinuitäten/Diskontinuitäten dar. Die Übergänge müssen deshalb umsichtig ausgestaltet (vgl. Thema Partizipation) und in Bezug auf Verantwortungs- und Rollenbereiche deutlich mit bisherigen und neu involvierten Akteuren (vgl. Thema Zusammenarbeit der Fachpersonen) geklärt werden.

Weiterführende und vertiefendes Literatur zum Übergang zum Betreuungsprozess

Aufnahmegespräch

Das Aufnahmegespräch ist der Punkt, an dem der Übergang in die Institution bzw. die Pflegefamilie manifest wird. Im Vorfeld muss geklärt werden, wer den jungen Menschen zum Platzierungsort begleitet. Im Gespräch werden dann letzte Absprachen zwischen Fallführung bzw. Beistandschaft, dem jungen Menschen und allenfalls mit Personen aus seinem Bezugssystem sowie der Institution bzw. Pflegefamilie getroffen.

Präzisierung des Auftrags und des Platzierungsziels

In der ersten Zeit nach der Aufnahme wird häufig erst klarer erkennbar, wo die Problemstellungen und Förderbedarfe des jungen Menschen und allenfalls seines Bezugssystems liegen. Hieraus können sich Veränderungen der grundlegenden Platzierungsziele ergeben. Insofern kommt in dieser Phase dem Dialog zwischen den Fachpersonen am Platzierungsort und der platzierenden Stelle eine hohe Bedeutung zu. Wie intensiv dieser Dialog gestaltet wird und wer an welchem Punkt den Kontakt sucht, variiert im Einzelfall (vgl. Zusammenarbeit Fachpersonen).

Austausch zum Stand der Platzierung

Im Rahmen der Zusammenarbeit im Betreuungsprozess tauschen sich die beteiligten Institutionen zwischen den jeweiligen Standortgesprächen (Stao) aus. Die Intensität des Austauschs ist stark von der Entwicklung des jungen Menschen im Einzelfall und den Vereinbarungen zwischen den Akteuren abhängig (vgl. Zusammenarbeit Fachpersonen).

Standortgespräch Stao

Das Stao ist das zentrale Gespräch, das der gemeinsamen Auswertung und Weiterplanung dient.
In der Regel nehmen hieran die jungen Menschen und die wichtigsten Personen ihres Bezugssystems, die Pflegefamilie bzw. Fachpersonen des Heims und die Fachperson, der die Fallführung obliegt, teil. Darüber hinaus kann der Personenkreis aber auch erweitert werden (bspw. um Vertrauenspersonen; Lehrpersonen; etc.).
Die Auswertung der mit der Platzierung verbundenen Ziele sowie die Frage nach der zeitlichen Perspektive der Platzierung sind zentrale Bestandteile des Stao.
Das Stao muss protokolliert und die getroffenen Vereinbarungen möglichst von allen Beteiligten unterzeichnet werden.

  • Blülle 2013, S. 56ff. und «Merkpunkte für Stao» als pdf (S. 58)

Reflexionsfragen:

  • Wer lädt zu dem Gespräch ein?
  • Wo findet es statt?
  • Wer leitet es?
  • Sind die Räumlichkeiten angemessen?
  • Wer schreibt das Protokoll (das Protokoll ist allenfalls die Grundlage für die weitere Beauftragung des Heims bzw. der FPO)?

Beendigung der Platzierung und Abschlussgespräch

Der Austritt muss sowohl pädagogisch, d.h. auf der Beziehungsebene, wie auch organisatorisch (z.B. kann es sein, dass die Finanzierung für eine Nachbetreuung organisiert werden muss etc.)  vorbereitet und gestaltet werden. In einem Abschlussgespräch wird der pädagogische Prozess abgeschlossen und gemeinsam ausgewertet (vgl. Partizipation).

Anschlussperspektiven

Je nach Anschlusskonstellation müssen die platzierenden Stellen, im Zusammenwirken mit weiteren Akteuren, Übergänge gestalten.
Dabei sind vor allem vier Szenarien — auch in Kombination — denkbar:

  1. Rückführung in Familie
  2. Verselbständigung in eigene Wohnung (mit oder ohne Begleitung)
  3. Andere Institution
  4. Nachbetreuung

Vgl. hierzu auch:
Zusammenarbeit Fachpersonen
Partizipation

Fallführung, Fallbegleitung und Beistandschaft

„Basierend auf dem Grundsatz, dass alle Platzierungen durch eine externe Fachperson begleitet sein sollten, erfordern Platzierungen immer eine Fallführung“ (Blülle 2013, S. 37). Es lässt sich unterscheiden zwischen vereinbarter und angeordneter Fallführung bzw. Platzierungsbegleitung.

Die Fallführung hat den übergreifenden Auftrag im Prozess der Platzierung und Betreuung mit dem jungen Menschen zusammenzuarbeiten und ihn im Prozess auch zu vertreten. Die genaueren Aufgaben und Rollen der fallführenden bzw. platzierungsbegleitenden Fachpersonen ist jedoch in hohem Mass abhängig von

  • Platzierungsauftrag (angeordnet durch KESB bzw. Jugendstrafbehörde (JStrB) oder nicht angeordnet in verschiedenen Facetten)
  • den jeweiligen kommunalen und kantonalen gesetzlichen Rahmungen, den strukturellen Gegebenheiten und der Ausgestaltung der Leistungsprozesse innerhalb des Dienstes, in dem sie wahrgenommen wird.

Wie sich in der Praxis zeigt, können geringe Stellenprozente pro Mandat – oft pro Fall ein Stellenprozent – wie auch die Position zwischen Auftraggebenden und den jungen Menschen bei den Fallführenden zu Belastungen führen. Immer wieder müssen auch Abstriche in der fachlichen Ausgestaltung gemacht werden. Im Pflegekinderbereich wird deshalb über die Einstellung von Vertrauenspersonen für Pflegekinder diskutiert.

Eine durch die KESB  angeordnete Fallführung ist in der Regel eine Beistandschaft (Art. 308 Abs. 1f. ZGB). Mit dieser Mandatierung wird die Zugangslegitimation des Beistands zum jungen Menschen, dessen Bezugssystem und anderen relevanten Personen und Institutionen sichergestellt.

Im Jugendstrafrecht ist die Fallführung eindeutig der Jugendanwaltschaft (bzw. je nach Kanton dem Jugendgericht) zugeordnet.

Bei nichtangeordneten Platzierungen übernimmt die Fallführung in der Regel eine hierfür spezialisierte Stelle. Kriterien, die gemäss Blülle (2013) auf eine nichtangeordnete oder angeordnete Fallführung schliessen lassen, finden sich hier (Blülle 2013, S. 38))

Der zuständigen Behörde wie auch der mandatierten Fallführung steht es offen für den Entscheid über eine Platzierung und/oder für die Formulierung eines Auftrags weitere Fachpersonen beizuziehen. Diese können entweder die am Fall Beteiligten bereits länger fachlich beraten und begleitet haben (bspw. Schulsozialarbeit, Sozialpädagogische Familienbegleitung) oder ein spezifisches Fachwissen zur vorliegenden Konstellation, zur Problemstellung (bspw. Diagnosegruppe) oder zum Umgang mit akuten Krisen (bspw. Krisengruppe) aufweisen. Wie sich in der Praxis zeigt, ist besonders im Übergang zum Betreuungsprozess dringend zu klären, wer was unter „Fallführung“ versteht, welche Rollen die Fachpersonen nun in Bezug auf Fallführung einnehmen und welche Erwartungen damit im Zusammenhang stehen. Siehe auch: Zusammenarbeit Fachpersonen.

Im Betreuungsprozess müssen auftraggebende sowie die ausführende Stelle in ihren Rollen klar erkennbar sein. Auch die Rolle der Sorgeberechtigten als formal Auftraggebende bei nichtangeordneten Platzierungen ist zu berücksichtigen.

Im Betreuungsprozess ist in der Praxis häufig zu beobachten, dass platzierende Fachpersonen ihre Aufgaben zur Umsetzung einer Platzierung zuverlässig wahrnehmen. Nach der Aufnahme eines jungen Menschen am Platzierungsort wird ihre Rolle aber in vielen Fällen diffuser. Entgegen dem oben genannten Grundsatz, unterbleiben teils Aktivitäten zur Platzierungsbegleitung ganz oder die Fachpersonen ordnen sich der Handlungslogik des Platzierungsortes unter. Das kann dazu führen, dass eine Platzierung und zukünftige Entscheidungen von den Heimen, Dienstleistungsanbietern in der Familienpflege (DAF) oder Pflegefamilien gesteuert werden und der «Grundsatz der Fallführung» unterlaufen wird. Hilfreich zur Reflexion der Strukturqualitäten einer Platzierungsbegleitung ist folgende Auflistung von Blülle (2013) (Blülle 2013, S. 44).

Wie sich in der Praxis zeigt, ist die Frage nach Fallführung bei nichtangeordneten Platzierungen häufig ungeklärt. Entsprechend kann es zur Situation kommen, dass niemand offiziell „den Hut aufhat“ und das Wissen bzw. Entscheidungsgrundlagen transparent und partizipativ zusammenführt. Die gilt es im besten Interesse des Kindes zu verhindern. Weiterführendes und Vertiefendes zur Fallführung im Betreuungsprozess findet sich auch hier: Zusammenarbeit Fachpersonen

Abschluss bzw. Übergabe der Fallführung

Allenfalls verändern sich auch die Verantwortlichkeiten in dem jeweiligen Einzelfall und die Fallführung bzw. die Aufgaben eines Beistandes/einer Beiständin müssen dokumentiert und ggf. einer anderen Institution übergeben werden.

Ebene PLATZIERENDE STELLEN

Hier sind zum einen die für die formalen Anordnungen zuständigen Institutionen gemeint (KESB und Jugendstaatsanwaltschaft). Darüber hinaus sind Prozessschritte der fallführenden bzw. platzierungsbegleitenden Fachpersonen abgebildet, wie zum Beispiel der Beistandschaft, Sozialdienste, Schulbehörden.

AUFNAHMEPHASE

Nachdem im Platzierungsprozess eine Einigung über die Betreuungsform erzielt wurde, bereitet die platzierungsbegleitende Fachperson, gemeinsam mit der zukünftigen Betreuungsinstitution bzw. Pflegefamilie die Aufnahme des jungen Menschen sorgfältig vor. Die Aufnahme und Eingewöhnung muss schrittweise vor sich gehen und für den jungen Menschen eine möglichst geringe Beeinträchtigung darstellen.

Die Aufnahmephase ist durch den Start der pädagogischen Beziehung zwischen den Betreuungspersonen und dem jungen Menschen sowie dessen Herkunftssystem gekennzeichnet. In der gemeinsamen Erziehungs- bzw. Betreuungsplanung werden die mit der Platzierung verbundenen Ziele konkretisiert und in kleine Schritte übersetzt. Mit der Aufnahme beginnt auch die Dokumentation und Aktenführung durch die Pflegefamilie oder die Institution.

Daneben wird in diesem Zeitraum die Zusammenarbeit der beteiligten Fachpersonen in veränderter Konstellation weitergeführt und es ist wichtig, dass die Fallführung weiterhin durch eine Fachstelle wahrgenommen wird. (vgl. Thema Zusammenarbeit von Fachpersonen)

  • Quality 4Children, Standardbereich 1, S. 27f.
  • Blülle 2013, S. 42ff.

AUFENTHALT

Der Zeitraum zwischen Aufnahme- und Austrittsphase stellt die Aufenthaltsphase dar.
Im Kern wird hier der auf die jeweilige Entwicklung des jungen Menschen bezogene pädagogische Prozess fortlaufend geplant, begleitet und ausgewertet.
Die Aufenthaltsphase nimmt in der Regel den grössten Zeitraum einer Platzierung ein.

Allenfalls neuer Entscheid durch KESB, JStrB notwendig

Bei angeordneten Platzierungen sind Fristen des Verfahrensrechts, des Kindes- und Erwachsenenschutzrechts bzw. des Jugendstrafrechts u.a. bedeutend.

AUSTRITTSPHASE

Diese Phase ist geprägt von der Ablösung des jungen Menschen vom Betreuungsort und den damit verbundenen Beziehungen. Der Übergang zu einem neuen Lebensort muss hier von den Fachpersonen gestaltet werden. Grundsätzlich sind drei Szenarien denkbar: der junge Mensch tritt in ein eigenständiges Leben ein, er kehrt ins Herkunftssystem zurück oder wird an einem anderen Ort betreut.
In der Austrittsphase geht es um den Abschluss des pädagogischen Prozesses sowie die Planung des Übergangs in ein neues, passendes Arrangement (vgl. Zusammenarbeit Fachpersonen). Als Sonderfall dieser Phase wird ein vorzeitiger, ungeplanter Abbruch einer Platzierung betrachtet.

Auswertung der Platzierung

Der junge Mensch und seine Herkunftsfamilie werden als Experten für die Qualität des ganzen Fremdplatzierungsprozesses anerkannt. Ihr Feedback ist grundlegend für die Weiterentwicklung der Qualität der Betreuungseinrichtung und die Zusammenarbeit der Fachpersonen (vgl. Partizipation).

Eine systematische Auswertung des Einzelfalls ist sowohl auf der Ebene der Fallführung sowie — bei angeordneten Platzierungen — durch die KESB bzw. den Jugendstrafbehörden (JStrB) sinnvoll. Dabei sind folgende Fragen wichtig:

  • Inwieweit war die Platzierung angemessen?
  • Wie hat die Zusammenarbeit funktioniert?
  • Wie können die Auswertungsergebnisse aggregiert und systematisch betrachtet werden?

Der Prozess hat zum Ziel, dass junge Menschen in ausserfamiliärer Betreuung dabei unterstützt werden, „ihre Zukunft zu gestalten und zu selbstbewussten, unabhängigen und aktiven Mitgliedern der Gesellschaft heranzuwachsen. Dies wird durch das Leben in einem unterstützenden, schützenden und fürsorglichen Umfeld gefördert.“ (Q4C S.30, Standardbereich 2).

Im Betreuungsprozess werden die Ebenen Platzierende Stellen (unten) und Heim- und Pflegekinderbereich (oben) unterschieden. Beide Ebenen wirken, beginnend mit dem Aufnahmegespräch an den in der Mitte dargestellten Prozessschritten mit.

  • Quality 4Children, Standardbereich 2
  • Blülle 2013

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