ANGEORDNETE PLATZIERUNG

Ergeben Kindeswohlabklärungen und Bedarfseinschätzungen – sei es im Kontext des freiwilligen, zivilrechtlichen oder strafrechtlichen Kinderschutzes (Quelle: Häfeli, Christoph. (2016). Grundriss zum Kindes- und Erwachsenenschutz (2. Aufl.). Bern: Stämpfli Verlag) –, dass das Kindeswohl im bisherigen Umfeld akut gefährdet ist, ordnet die zuständige Behörde (KESB oder JStrB) die Platzierung eines jungen Menschen an.

Angeordnete Platzierungen können entweder als zivilrechtliche Kindesschutzmassnahme durch die KESB (Art. 310 ZGB: Aufhebung des Aufenthaltsbestimmungsrechts) oder als Massnahme im Kontext des Jugendstrafrechts (JStG) durch die kantonale Jugendstrafbehörde (JStrB) (vgl. Manzoni/Baier & Eberitzsch 2018) erfolgen. 

Ein zentrales Ziel ist in beiden Fällen, das Kindeswohl sicherzustellen und allenfalls eine akute Gefährdung abzuwenden. Das muss im äussersten Fall auch gegen den Willen des betroffenen jungen Menschen und/oder dessen Erziehungsberechtigten geschehen.
Folglich kann eine angeordnete Platzierung – je nach Situation – für junge Menschen und deren Bezugssystem als einschneidendes staatliches Handeln erlebt werden, dem gegenüber sich die Betroffenen ohnmächtig fühlen können.

Vor diesem Hintergrund ist bei angeordneten Platzierungen insbesondere nach den Grundsätzen der Subsidiarität, Verschuldensunabhängigkeit, Komplementarität und Verhältnismässigkeit zu handeln. Weiterhin ist möglichst frühzeitig zu klären, ob auf eine Rückplatzierung, also auf eine Zusammenführung der jungen Menschen und ihres Bezugssystems, hingearbeitet werden kann.

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