ANGEORDNETE PLATZIERUNG

Kommen durch Behörden beauftragte Kindeswohlabklärungen und Bedarfseinschätzungen zum Schluss, dass das Kindeswohl im bisherigen Umfeld des Aufwachsens (vorübergehend) gefährdet ist, folgt ein behördlicher Entscheid zur Platzierung der jungen Menschen. Angeordnete Platzierungen können entweder als zivilrechtliche Kindesschutzmassnahme durch die KESB (Art. 310 ZGB: Aufhebung des Aufenthaltsbestimmungsrechts) oder als Jugendstrafmassnahme durch die Jugendstrafbehörde/JStrB (Art. 11 Abs. 1 JStG (Strafe zusätzlich zur Schutzmassnahme); Art. 15 ff JStG (Unterbringung); Art. 25ff JStG (Freiheitsentzug)) erfolgen.

Ein zentrales Ziel ist in beiden Fällen die Sicherung des Kindeswohls. Das kann auch gegen den Willen der jungen Menschen und deren Erziehungsberechtigten geschehen. Folglich kann eine angeordnete Platzierung je nach Ablauf für betroffene junge Menschen und deren Bezugssystem einschneidend oder ohnmächtig erlebt werden. Auch deshalb gilt es möglichst nach den Grundsätzen der Subsidiarität, Komplementarität und Verhältnismässigkeit zu handeln. Wichtig ist auch der Grundsatz, dass nach der Platzierung möglichst auf eine Zusammenführung der jungen Menschen und ihres Bezugssystems hingearbeitet wird

Suche