Zusammenarbeit mit den jungen Menschen und ihrem Bezugssystem

Die Zusammenarbeit mit den jungen Menschen und ihrem Bezugssystem – von Beginn an – ist zentral wichtig für den Verlauf und die Wirkung der gesamten Platzierung. Sie ist deshalb in allen Prozessschritten und auch bei komplexen Bezugssystemen angemessen zu unterstützen und zu fördern.

Zum Bezugssystem der jungen Menschen gehören die formal Erziehungsberechtigten, aber auch „soziale Eltern“, Grosseltern, Geschwister, Freunde und Partnerinnen oder Partner (bei Jugendlichen) sowie weitere, für sie relevante Menschen.

Wie sich in der Praxis zeigt, kann vor allem bei unterschiedlicher Wahrnehmung der Ist- und Soll-Situation die Zusammenarbeit eine grosse Herausforderung darstellen. Die Fachpersonen müssen im Kontext von Hilfe und Kontrolle teils mit Widerstand, und Konfrontation umgehen, aber insbesondere auch an der Lebenswelt und den Wünschen der jungen Menschen und ihres Bezugssystems anschliessen. So können Widerstände teils genau die Themen sichtbar machen, an denen gearbeitet werden muss. Ziel ist es dabei immer „mit“ und nicht nur „über“ die jungen Menschen und ihr Bezugssystem zu einem möglichst lebensweltnahen Fallverstehen und – daraus abgeleitet – zu angemessenen Entscheidung zu kommen. Hierfür kann auch eine Kindesvertretung eingesetzt werden.

Grundlegende Erkenntnisse zur Zusammenarbeit mit den jungen Menschen und ihres Bezugssystems im Rahmen von Fremdplatzierungen finden sich im Thema Partizipation.

Im Platzierungsprozess kann besonders in den nachfolgend aufgelisteten Prozessschritten Zusammenarbeit angestrebt und ermöglicht werden. Gleichzeitig zeigt sich in diesen Prozessschritten oft auch deutlich, ob und wie die Zusammenarbeit bis hierhin berücksichtigt und gelungen ist:

Im Betreuungsprozess muss die Zusammenarbeit mit den jungen Menschen und ihres Bezugssystems im jeweiligen Einzelfall sichergestellt werden:

Die umfassende Partizipation der jungen Menschen wird durch die Fachpersonen am Betreuungsort sowie durch die Beistandschaft und/oder fallführende Fachperson der platzierenden Stellen gefördert und gewährleistet.

Die Zusammenarbeit mit dem Bezugssystem und insbesondere den Eltern gestaltet sich im Einzelfall recht unterschiedlich. Es sind hier verschiedene Zielsetzungen denkbar. Es können mindestens drei Ebenen in der Arbeit mit der Herkunftsfamilie ausgemacht werden:

  1. Elternarbeit von Fachperson der platzierenden Stellen/ der Fallführung

  2. Elternarbeit am Platzierungsort

  3. Zusätzliche Fachstelle die die Elternarbeit durchführt

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