NICHTANGEORDNETE PLATZIERUNG

Vereinbarte, nichtangeordnete Platzierungen erfolgen zumeist, wenn Problemkonstellationen und Bedarfslagen im bisherigen Umfeld des Aufwachsens eines jungen Menschen erkannt werden und eine grundlegende Problemeinsicht bei den Betroffenen vorhanden ist.

Die Problemkonstellation kann durch erziehungsberechtigte Personen, Fachpersonen privater oder öffentlicher Dienste und Angebote, Schulen und Gemeinden oder auch durch Kinder und Jugendliche selbst benannt werden.

Auch eine durch Behörden beauftragte Kindeswohlabklärung, deren Ergebnis keine Platzierung empfahl, kann eine Problemkonstellation deutlich machen und so zur Vereinbarung einer nichtangeordneten Platzierung führen. Im Unterschied zur angeordneten Platzierung geben hier Erziehungsberechtigte formal den Auftrag für eine Platzierung.

Häufig kommt es nicht ohne weitere Einflüsse zu einem formalen Auftrag durch Erziehungsberechtigte. So können sich Erziehungsberechtigte entweder mit einem entsprechenden Vorschlag von Fachpersonen aus den Feldern Kindesschutz oder Schule einverstanden zeigen.


Teils wird aber auch einer Vereinbarung zugestimmt um einer angeordneten Massnahme zuvorzukommen. Den Erziehungsberechtigten kommt im Platzierungs- und Betreuungsprozess rechtlich eine zentrale Bedeutung zu. Es muss eng mit ihnen zusammengearbeitet werden, um Entscheidungen zu fällen. Das Einverständnis der Kinder und Jugendlichen ist keine Voraussetzung für eine nichtangeordnete Platzierung.


Vereinbarte, nichtangeordnete Platzierungen werden in der Praxis oft auch „freiwillige Platzierungen“ genannt. Diese Bezeichnung gibt vor allem die rechtliche Differenz zwischen angeordneten und nichtangeordneten Platzierungen wieder.


Siehe auch:

Wie sich in der Praxis zeigt, besteht eine zentrale Herausforderung bei nichtangeordneten Platzierungen darin, die Rollen, Verantwortlichkeiten und Aufgaben aller je Beteiligten (Erziehungsberechtigte; unterschiedliche fachliche Stellen auf unterschiedlichen kommunalen und kantonalen Ebenen; allenfalls unterschiedliche Beistandschaften) soweit möglich frühzeitig zu klären. Damit zusammen hängen auch gelegentliche Unsicherheiten über die Verbindlichkeit von Hilfeplänen und Zielsetzungen im Betreuungsprozess seitens der Angebote wie auch seitens der jungen Menschen.


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