Auswirkungen von Diagnosen und Abklärungsberichten auf den weiteren Platzierungsverlauf

Diagnose Sub6

Diagnosen und Abklärungsberichte müssen bei fachlich angemessenem Einsatz der Instrumente Auswirkungen auf den weiteren Platzierungsverlauf haben. Mit Blick auf die Herausforderungen in der Thematik „Diagnostik und Abklärung“ stellt sich jedoch die Frage, welche Auswirkungen beabsichtigt und welche unbeabsichtigt auftreten.

Ein fortwährend kritisches Nachdenken über mögliche kurz- und langfristige Konsequenzen von Entscheidungsgrundlagen in der Fremdplatzierung fördert einen angemessenen Umgang mit Diagnosen und Abklärungsberichten. Und es ermöglicht weiterführende Qualitätsentwicklung.

Auch die Auswahl und Durchführung von Diagnostik und Abklärungen sowie die Vermittlung der Ergebnisse können nebst den angestrebten stets unbeabsichtigte Auswirkungen auf den weiteren Verlauf haben. Die Reflexion möglicher Nebenwirkungen von Diagnosen und Abklärungsberichten ist Bestandteil eines professionellen Vorgehens.

Reflexionsfragen

Um sich einzelne Diagnosen und Abklärungsberichte im Verhältnis zum gesamten Verlauf besser vorstellen zu können,  ist die Auseinandersetzung mit nachfolgenden Fragen zu Einfluss, Dauerhaftigkeit und Wahrnehmungen hilfreich:

  • Welche Diagnosen und Abklärungsberichte haben am meisten Einfluss auf den gesamten Platzierungs- und Betreuungsprozess? Weshalb?

  • Welche Ergebnisse aus Abklärungen und Diagnostik gehen im Verlauf verloren? Zu Recht?

  • Kann man erkennen, welcher konkrete Auftrag hinter einer spezifischen Diagnostik oder Abklärung steht?

  • Wie ganzheitlich können einzelne Diagnosen im besten Interesse des Kindes zusammengefügt und verwendet werden?  Wie sehr bleiben sie nebeneinander stehen?

  • Wie zeitlich begrenzt oder wie dauerhaft sind Erkenntnisse aus Diagnosen und Abklärungsberichten? Wieso? Zu Recht?

  • Bleiben Uneinigkeiten zu Ergebnissen und Erkenntnissen auch nach Übergängen und Schnittstellen im Prozess erkennbar? Oder gibt es zum Beispiel einen Wissensverlust zwischen einzelnen Stellen oder zwischen dem Platzierungs- und Betreuungsprozess?

  • Inwiefern lassen sich Übergänge auch zur kritischen Reflexion von bisherigen Diagnosen und Abklärungsberichten nutzen?

  • Werden alle bisherigen Erkenntnisse (immer wieder) zum konkreten Gegenstand der weiteren Planung? Oder funktioniert die konkrete Planung eher unabhängig vom multiperspektivischen und interdisziplinären Wissen?

  • Wie werden Ziele formuliert und überprüft?

  • Ist man sich der Wirkung bewusst, die bereits das Erarbeiten von Diagnosen und Abklärungsberichten auf die Situation der davon betroffenen Personen hat? Wie geht man mit diesem Bewusstsein um? Wie arbeitet man damit?
  • (Wie) Wird mit den jungen Menschen sowie ihren Bezugssystemen über deren Wahrnehmung von Diagnosen und Abklärungsberichten und darüber wie sie denken, dass sich diese für sie weiter auswirken, geredet?

  • Literatur zu Fallverstehen (Siehe: Literatur & Material Schweiz — Fallverstehen),
  • Materialien und Links zu Instrumenten (Siehe: Materialein & Links — Instrumente),

  • zu Empfehlung und Leitfäden (Siehe: Materialien & Links Schweiz — Empfehlung und Leitfäden)

  • sowie Überblick Akteure im Kindesschutz Schweiz (Siehe: Materialien und Links Schweiz — Überblick Akteure im Kindesschutz Schweiz)

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