Bedeutung von Diagnosen & Abklärungsberichten für die jungen Menschen

Diagnose Sub3

Erkenntnisse und Ergebnisse aus Diagnostik und Abklärungen konfrontieren die jungen Menschen und ihre Bezugssysteme immer auch mit (Fremd-)Zuschreibungen und dokumentierten Sachverhalten. Gleichzeitig können für sie die Ergebnisse stets auch mit weitreichenden, realen Konsequenzen verbunden sein.

Entscheidend ist deshalb nicht nur die fachliche Ausrichtung der Diagnostik- und Abklärungsinstrumente, sondern auch, ob und wie die jungen Menschen und ihre Bezugssysteme sich haben beteiligen können, bis das Ergebnis feststeht.

Ebenso wichtig ist auch, ob und wie sie das Vorgehen nachvollziehen und die Konsequenzen abschätzen können. Wenn den davon betroffenen Menschen die Ergebnisse und Erkenntnisse aus Diagnostik und Abklärung vermittelt werden, kann das bei ihnen unterschiedliche Reaktionen hervorrufen. Insbesondere wenn Ergebnisse einschneidende Interventionen oder Hilfeleistungen mitbegründen, werden sie sehr bedeutungsvoll.

Wie sich in der Praxis zeigt, können die Reaktionen darauf z.B. zwischen Angst und Verärgerung ("Die haben ja ohnehin keine Ahnung von mir"), Verinnerlichung ("Wenn die das sagen, wird es auch stimmen") und Instrumentalisierung ("Ich spiele ihnen vor, was sie sehen wollen") liegen.

Die Qualität von Diagnosen und Abklärungsberichten zeichnet sich aber auch dadurch aus, dass sie den jungen Menschen und ihren Bezugssystemen ermöglichen, sich wiederzuerkennen. Inwiefern und wie das möglich ist, hängt auch stark davon ab, wie die unterschiedlichen Phasen der gewählten Diagnostik und Abklärung im Prozess ausgestaltet werden.

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