Perspektivenvielfalt und Interdisziplinarität in Diagnostik & Abklärung

Diagnose Sub5

Viele Fachpersonen und auch viele unterschiedliche Disziplinen sind an Diagnostik und Abklärungen beteiligt. Das Kindeswohl sicherzustellen ist eine komplexe Aufgabe. Dafür sind im gesamten Prozess verschiedene Perspektiven notwendig. Die Herausforderung besteht darin, dass platzierende Stellen unterschiedliche Diagnosen und Abklärungsberichte in angemessener Form zueinander in Beziehung setzen und nutzen.

Abklärungs- und Diagnostikverfahren vereinen vorzugsweise verschiedene Perspektiven auf den Einzelfall. So werden die Bedarfslagen der jungen Menschen (und ihrer Familiensysteme) aus den verschiedenen fachlichen Blickwinkeln betrachtet. Dadurch wird ein umfassenderes Bild von der Bedarfslage möglich. Es bleibt das zentrale Ziel, dass alle Beteiligten möglichst ein gemeinsames Fallverstehen entwickeln. So werden Entscheidungen erzielt die von allen nachvollzogen werden können.

Auf dem Weg dorthin sind aber Diskussionen und kritische Auseinandersetzungen notwendig. Wie sich in der Praxis zeigt, nehmen ansonsten einzelne Fachpersonen oder von der Diagnose und Abklärung Betroffene die Diagnostik- und Abklärungsprozesse teils als bedrohlich war, da diese eine spezifische Sicht als «Wahrheit» vorgeben. Wenn hingegen Einschätzungen und Begründungen von Entscheidungen kritisch diskutiert werden, können andere Perspektiven eingebracht und abgewogen werden.

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