Reflexionsfragen zu Perspektivenvielfalt

Die nachstehenden Fragen dienen dazu, interdisziplinäre Diskussionen anzuregen. Sie beziehen sich auf den Balanceakt den verschiedenen Perspektiven im interdisziplinären Arbeiten Gewicht zu geben und möglichst "Kontradisziplinarität" zu vermeiden:

Sind die beteiligten Fachpersonen bereit, im Sinne einer bestmöglichen Erfüllung des Auftrages zusammenzuarbeiten?

  • Verstehen sich die beteiligten Fachpersonen in Bezug auf Begriffe, Instrumente, Ziele, Haltungen? Wo sind allenfalls Quellen für Missverständnisse (Begriffe, Wertigkeiten, Prämissen)?
  • Wie wird mit Widersprüchen umgegangen? Müssen Widersprüche beseitigt werden?
  • (Wie) Können sich teils stark differierende Wertigkeiten und Methoden bspw. zwischen sozialen und medizinisch-psychiatrischen Diagnosen überhaupt ergänzen? siehe auch: Zusammenarbeit Fachpersonen 
  • Wie sehr hängen Einfluss und Auswirkung einzelner Diagnosen/Abklärungsberichte auf den weiteren Fallverlauf von der Auswahl und Umsetzung durch die Fallführung ab?
  • Wie sehr verändert sich die Möglichkeit, die Ausgestaltung des weiteren Verlaufs im Übergang vom Platzierungs- zum Betreuungsprozess (durch die jungen Menschen, die Bezugssysteme, die Fachpersonen) zu beeinflussen? Oder auch nach der Austrittsphase?
  • Wenn eine Perspektive plötzlich mehr oder weniger wichtig wird: Geschieht das im besten Interesse des Kindes oder sind solche Wechsel vor allem strukturbedingt?
  • Dienen umfassende, interdisziplinäre Diagnosen und Abklärungsberichte einer möglichst grossen Absicherung der Entscheidung? Oder einer möglichst wahren Wahrheit? Oder dem Suchen und Finden einer möglichst geeigneten Hilfeleistung oder Intervention für den jungen Menschen?
  • (Wie) Können die Perspektiven aller Beteiligten konstant durch alle Prozessschritte hindurch miteinbezogen werden? Oder gibt es fachliche Gründe, weshalb das gar nicht anzustreben ist? siehe auch: Partizipation/Zusammenarbeit mit jungen Menschen

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