Grundlagen der Kommunikation in Fremdplatzierungsprozessen

Zusammenarbeit Sub1

Bei Fremdplatzierungen sind Fachpersonen aus verschiedenen Professionen in unterschiedlich ausgerichteten Institutionen tätig.

Durch die je spezifische disziplinäre Prägung (z.B. Soziale Arbeit, Recht, Medizin etc.) verfügen die beteiligten Fachpersonen über ein eigenes Deutungswissen mit zugehörigen Begrifflichkeiten. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie der fortlaufende Einbezug der betroffenen jungen Menschen und ihres Bezugssystems machen es notwendig, dass die Begrifflichkeiten und Kommunikationswege der Fachpersonen für alle möglichst transparent sind. Dabei geht es sowohl um die je fallbezogene, aber und auch um eine fallübergreifende Verständigung.

Um ein grundlegendes Verständnis über disziplinäre und institutionelle Grenzen hinweg zu entwickeln, sind verschiedene Ansätze möglich. Letztlich geht es darum, auf kantonaler bzw. örtlicher Ebene eine Art „lernendes Hilfe- und Unterstützungssystem“ zu entwickeln.

Hierzu ist es zentral, Begriffe und Standards der Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten miteinander zu besprechen und festzulegen. Um diese entwickeln zu können, braucht es übergreifende Gefässe wie beispielsweise interinstitutionelle Arbeitsgruppen oder Qualitätszirkel. Auch ein Grundverständnis der anderen Disziplinen und deren Ansätze ist wichtig. Daneben stellt die Auswertung der Zusammenarbeit als Teil einer Gesamtauswertung der Platzierung eine wichtige Quelle dar, um Begriffe und Abläufe abzustimmen. Eine solche Auswertung kann sowohl einzelfallbezogen wie auch fallübergreifend ausgerichtet werden:

  • Fallbezogen können z.B. Helferkonferenzen eine strukturierte Möglichkeit sein, um die verschiedenen fachlichen Perspektiven wie auch die Sicht der Betroffenen zusammenzuführen und Verständigung zu erzielen. Daneben liefert die dialogische Auswertung eines gemeinsam durchgeführten und beendeten Platzierungsprozesses hilfreiche Erkenntnisse zur Zusammenarbeit.
  • Fallübergreifend sind vor allem regionale Treffen, bei denen gemeinsam die Zusammenarbeit reflektiert wird, sinnvoll. Daneben sind disziplinübergreifende Arbeitskreise sowie Fachtagungen hilfreich. Weiterhin ist es sinnvoll, die genannten Einzelauswertungen der Platzierungen zusammenzufassen und so Erkenntnisse fallübergreifend zu generieren. Dieses Wissen kann dann als Ausgangspunkt für den Austausch zwischen den Akteuren genutzt werden.

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